ATP: Hurkacz und Busta im Finale von Montreal

14 August 2022 21:10:42 CET
Busta auf dem Weg zu seinem ersten großen Titel.

Überraschend steht am Ende bei den ATP Masters 1000 in Kanada nicht der Topfavorit Casper Ruud aus Dänemark im Finale. Stattdessen treffen der Pole Hubert Hurkacz und der Spanier Pablo Carreno Busta im Finale aufeinander. Dabei steht Busta zum ersten Mal in seinem Leben in einem ATP 1000 Finale und der Pole erst das zweite Mal.

Hubert Hurkacz ist mit 25 Jahren einer der jüngeren Spieler in den Top 10 der Weltrangliste. Dabei fällt Hurkacz besonders dadurch auf, dass er nur selten ausfällt. Der Pole ist bekannt für seine Reserviertheit und Höflichkeit in Interviews. Auf dem Platz überzeugt er durch Ausdauer und seinen gewaltigen Aufschlag, der selbst Fachmänner wie Nick Kyrgios überzeugt, welcher von dem Polen aus dem Turnier geworfen wurde. „Er hat einen der besten Aufschläge der Welt,“ erkannte Kyrgios nach seinem Aufeinandertreffen mit der Nummer zehn der Welt.

Ein langer Weg

Dabei hatte der Pole keinen einfach Weg in das Finale in Montreal. In jeder seiner Partien musste sich Hurkacz über drei Sätze hinweg den Sieg erkämpfen. Doch gerade in den langen Spielen kommen die Aufschläge immer noch bis zur letzten Minute hart und präzise. Über das Turnier hinweg machte der Pole in vier Spielen 77 Punkte nur durch seinen Aufschlag. Eine gewaltige Zahl an die niemand anderes in diesem Turnier herankommt.

Hurkacz steht nun schon zum zweiten Mal in einem Finale bei den ATP Masters. Vor einem Jahr holte er seinen ersten Titel bei einem der großen Events im Duell gegen Jannik Sinner in Miami. Dort gewann er in einem spannenden Spiel in zwei Sätzen. Dazu kommt, dass Hurkacz in einem Finale nur in den seltensten Fällen verliert. Bei fünf ATP Endspielen hat der Pole auch fünf Mal den Titel gewonnen.

„Ich versuche nur mir die besten Chancen zu geben,“ erzählte Hurkacz nach seinem Sieg gegen Ruud. „Ich versuche so hart zu kämpfen, wie ich kann und so gut vorbereitet zu sein, wie es geht. Ich bin glücklich genug gewesen, die ersten paar Finals zu gewinnen. Aber morgen wird es eine neue Partie sein. Es wird eine schwierige Partie werden.“

Gegen Ruud musste der Pole hart kämpfen. Am Ende gewann er knapp mit 5:7, 6:3 und 6:2. Ein schwerer Sieg, nachdem der erste Satz nach einem langen Kampf verloren war. Doch Hurkacz gab nie auf und fand bald wieder seinen Rhythmus in dem Spiel. Wie so häufig waren es gerade seine Aufschläge die Ruud aus dem Gleichgewicht brachten. Gegen die schnellen Bälle war Ruud machtlos und gleichzeitig wurde der Pole mit jedem Satz merklich besser.

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Der Gegner im Finale

Sein neuer Gegner Busta ist mit 31 deutlich älter als Hurkacz mit 25. Dabei musste Carreno Busta über die ganze Woche hinweg nicht einen Satz abgeben. Der Spanier überzeugte auf der Asche und erst im Halbfinale wurde es wirklich eng. Dort traf er auf den Engländer Daniel Evans, der ihm einen mächtigen Kampf abverlangte. Trotzdem stand Busta nach einem 7:5, 6:7 und 6:2 als Sieger da. Busta spielt schon seit 2009 auf dem höchsten Niveau, aber erst in den letzten Jahren fand er seinen Weg in immer höhere Ebenen, auch wenn bisher 2022 nicht sehr gut war. Gerade bei den US Open schaffte er es schon zweimal in das Halbfinale. Eine gewaltige Leistung für den Spanier.

Bei dem Aufeinandertreffen ist natürlich der Pole der Favorit. Immerhin ist er bisher ungeschlagen in einem Finale. Seine Siegchance liegt bei 1.57. Dabei könnte gerade ein Sieg im ersten Satz (1.61) wichtig für das Spiel werden, da nach dem langen Turnier die Kräfte nicht auf dem Höchststand sein sollten für den Polen. Der Pole kann dabei natürlich zufrieden sein mit beiden Möglichkeiten eines Sieges, ob 2:1 (4.00) oder 2:0 (2.37). Auf der anderen Seite ist Busta auch nicht der Typ von Spieler, der die Nerven verliert. Trotzdem wäre ein früher erster Satz (2.20) für den Spanier ein wichtiger Vorteil. Seine Siegchance liegt bei 2.37.

Ein Jahr ohne großen Erfolg

In einem Interview blickte Busta auf sein bisheriges Jahr zurück beim Tennis: „Es ist wahrscheinlich eines der schlechtesten Jahre meine Karriere mit nicht wirklich guten Ergebnissen. Ich kam in das Finale von Barcelona und in das Halbfinale von Bastad, aber jetzt, ich weiß nicht warum, aber mein Level diese Woche ist unglaublich. Ich bin aufgeregt. Es ist eine große Chance für mich, zu wissen wie man es tun kann. Für mich, für mein Selbstvertrauen ist es sehr wichtig, morgen auf den Platz zu kommen und mein bestes zu geben, aggressive zu sein und mein Tennis zu zeigen.“

Doch gegen Hurkacz wird das sicher nicht einfach werden. Gerade dann, wenn der Pole den Ball aufschlagen darf.

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